Sardinien ist ideal für alle, die sich nicht zwischen Meer und Bergen entscheiden möchten. Innerhalb weniger Kilometer wechseln sich türkisfarbene Buchten, Kalksteinwände, Canyons, Wälder und Hochflächen ab. Die Ostküste und das Hinterland von Ogliastra eignen sich besonders gut für eine aktive Reise; auch der Supramonte rund um Dorgali und Oliena bietet intensive Wandertage.

Meer und Wandern auf Sardinien: warum die Ostküste?

Ogliastra und der Supramonte ermöglichen sehr unterschiedliche Tage, ohne Hunderte Kilometer fahren zu müssen. Santa Maria Navarrese, Baunei, Ulassai, Dorgali und Cala Gonone können als Ausgangspunkte einer aktiven Reise dienen. Das Meer bleibt immer nah, ist aber nicht der einzige Mittelpunkt.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einfachen Spaziergängen und technischen Wanderungen. Viele Wege im Supramonte führen über felsiges, teilweise schlecht markiertes Gelände ohne Wasserstellen. Bei anspruchsvollen Touren ist eine lokale Führung sinnvoll oder ausreichende eigene Erfahrung erforderlich.

Pedra Longa und Baunei

Pedra Longa ist einer der unkompliziertesten Einstiege in die Landschaft der Costa di Baunei. Der große Kalksteinfelsen ragt direkt aus dem Meer und markiert den Ausgangspunkt mehrerer Wanderwege. Auch ohne lange Tour vermittelt die Gegend einen eindrucksvollen, steilen Küstencharakter.

Baunei liegt etwas höher und ist der Ort, von dem aus sich zahlreiche Aktivitäten im Hinterland und an der Küste organisieren lassen. Das Gemeindegebiet ist weitläufig und verdient mehr als einen kurzen Zwischenstopp.

Cala Goloritzè: ein ganzer Tag für ein Ziel

Cala Goloritzè ist eines der bekanntesten Ziele für alle, die das Meer zu Fuß erreichen möchten. Die Wanderung erfordert Vorbereitung, ausreichend Wasser und geeignetes Schuhwerk; der Hinweg bergab darf den Rückweg bergauf nicht unterschätzen lassen. Zugangsregeln können sich ändern und sollten deshalb vorab geprüft werden.

Plane am selben Tag keine weitere anspruchsvolle Aktivität. Die Kombination aus Weg, Hitze und felsigem Gelände macht Cala Goloritzè sinnvollerweise zum Hauptziel des Tages.

Cala Mariolu und die Küste vom Meer aus

Nach einem Wandertag ist eine Bootsfahrt entlang der Costa di Baunei der ideale Kontrast. Cala Mariolu, Cala Biriala, Cala Sisine und weitere Buchten zeigen vom Meer aus dieselben Kalksteinwände, die von den Wanderwegen durchzogen werden. Es ist eine aktive Erholung, die immer an die Wetter- und Seebedingungen angepasst werden sollte.

Ulassai und die Tacchi d’Ogliastra

Ulassai bietet eine völlig andere Landschaft: Kalksteinwände, Höhlen, saisonale Wasserfälle, zeitgenössische Kunst und Wege rund um den Ort. Osini und die Scala di San Giorgio setzen die Erkundung der Tacchi fort, während Gairo Vecchio eine kulturelle und fotografisch interessante Station ergänzt.

Diese Tage eignen sich besonders für Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen Wanderungen abseits der Küste angenehmer machen.

Dorgali, Cala Gonone und Supramonte

Weiter nördlich öffnen Dorgali und Cala Gonone den Zugang zu einem anderen Teil des Supramonte. Cala Fuili ist ein wichtiger Küstenpunkt; im Landesinneren benötigen das Lanaittu-Tal und die Routen rund um Tiscali und Monte Corrasi mehr Zeit und Vorbereitung.

Su Gologone eignet sich als ruhigerer Zwischenstopp zwischen zwei anspruchsvollen Tagen, ebenso ein Besuch in Oliena oder an einer archäologischen Stätte der Umgebung.

Aktive 7-Tage-Route

  • Tag 1: Santa Maria Navarrese und Pedra Longa.
  • Tag 2: Wanderung nach Cala Goloritzè.
  • Tag 3: Costa di Baunei vom Meer aus und Cala Mariolu.
  • Tag 4: Ulassai und die Tacchi.
  • Tag 5: Gairo Vecchio, Osini und Weiterfahrt Richtung Dorgali.
  • Tag 6: Cala Gonone und Cala Fuili.
  • Tag 7: Supramonte di Oliena oder Su Gologone.

Wann reisen?

Frühling und Herbst sind die vielseitigsten Jahreszeiten zum Wandern. Im Sommer solltest du sehr früh starten, die Hitze berücksichtigen und besonders auf ausreichendes Wasser achten. Nach starken Regenfällen können sich die Bedingungen auf einzelnen Wegen verändern; aktuelle Informationen vor Ort sind daher wichtig.

Häufige Fragen

Braucht man einen Guide? Nicht für jeden Spaziergang, aber auf technischen, langen oder schlecht markierten Routen im Supramonte ist eine Führung sehr empfehlenswert.

Ist die Reise für Anfänger geeignet? Ja, wenn du einfache Wege auswählst und sie mit Strandtagen und Besichtigungen abwechselst. Schwierige Wanderungen sollten jedoch nicht spontan angegangen werden.

Welche Region eignet sich am besten? Baunei und Ogliastra bieten wahrscheinlich die unmittelbarste Kombination aus berühmten Buchten, Kalksteinwänden und Wanderwegen.

So wechselst du die Tage ab, ohne dich zu überfordern

Ein Aktivurlaub funktioniert besser, wenn nicht zwei anspruchsvolle Wanderungen direkt aufeinanderfolgen. Nach Cala Goloritzè kann beispielsweise ein Bootstag Richtung Cala Mariolu Erholung bieten, ohne auf eindrucksvolle Landschaften zu verzichten. Nach den Wegen rund um Ulassai eignet sich ein ruhigerer Tag zwischen Gairo Vecchio, Arbatax oder einem Ort im Landesinneren.

Was wirklich in den Rucksack gehört

Schuhe mit gutem Profil, Wasser, Sonnenschutz, Hut und ein leichter Rucksack gehören zur Grundausstattung vieler Touren. Für längere Wege brauchst du zusätzlich eine verlässliche Route, passende Kleidung und eine realistische Einschätzung deiner Erfahrung. Verlasse dich nicht ausschließlich auf Mobilfunkempfang: In mehreren Bereichen des Supramonte ist er lückenhaft.

Aktivurlaub ohne extreme Trekkingtouren

Du musst weder den Selvaggio Blu noch technische Routen bewältigen, um Sardinien aktiv zu erleben. Pedra Longa, kurze Küstenwege, Ulassai, Su Gologone und Spaziergänge in den Tacchi ermöglichen auch ohne große Bergerfahrung eine abwechslungsreiche, aktive Reise.