Life in Sardegna

Ort · Urzulei

Gorropu-Schlucht

Die Gorropu-Schlucht liegt im Zentrum Sardiniens, im Herzen des Supramonte, und bildet eine natürliche Grenze zwischen Orgosolo und Urzulei. Sie ist nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturgeschichtlich bedeutend. Die vom Rio Flumineddu geformte Schlucht ist rund 1,5 Kilometer lang; ihre Felswände erreichen etwa 500 Meter Höhe und am Grund verengt sie sich stellenweise auf wenige Meter. Die Kalksteinwände erzählen von einer geologischen Entstehung, die viele Millionen Jahre zurückreicht. Aufgrund ihrer strategischen Lage wurde die Gegend bereits seit der Bronzezeit vom Menschen genutzt.

Gorropu-Wanderung – leicht

Eine der einfacheren Varianten beginnt am Campo Base an der SS125 (km 190,500). Mit einer Führung geht es zunächst im Geländewagen über eine rund fünf Kilometer lange Panoramapiste bis zum Rio Flumineddu. Anschließend führt eine etwa zweieinhalb Kilometer lange, vergleichsweise wenig anspruchsvolle Wanderung in Richtung Schlucht. Der Rückweg erfolgt auf derselben Route.

Gorropu-Wanderung – mittelschwer

Eine mittelschwere Route startet bei Ghenna Sìlana. Der Abstieg zur Schlucht verläuft über etwa vier Kilometer mit rund 650 Metern Höhenunterschied und nimmt ungefähr zwei Stunden in Anspruch. Für den Rückweg gibt es je nach organisiertem Angebot Varianten entlang des Rio Flumineddu und mit Geländewagentransfer zum Campo Base. Vor der Tour sollten Route und Transferbedingungen aktuell geprüft werden.

Gorropu-Tour für erfahrene Wanderer

Anspruchsvollere Touren starten mit einer Führung und Geländewagentransfer vom Campo Base. Nach einem landschaftlich reizvollen Abschnitt entlang der SS125 und den Kalksteinlandschaften von Campu Oddeu geht es bei Sa Sedda de as Bacas zu Fuß weiter. Auf der Route liegen unter anderem das Gigantengrab von Su Campu de sa Càrcara und traditionelle Hirtenstrukturen. Über S’Ischina de s’Arraiga erreicht man Sa Giuntura am oberen Eingang der Schlucht. Dort beginnt der technisch anspruchsvollere Abschnitt, in dem die über Jahrmillionen vom Flumineddu geformten und geglätteten Kalksteinblöcke besonders eindrucksvoll sichtbar werden.

Flora und Fauna in der Gorropu-Schlucht

In der Schlucht wachsen zahlreiche einheimische Pflanzen, darunter die seltene Aquilegia di Gorropu mit ihren violett-blauen Blüten. Sie gehört zu den besonders schützenswerten endemischen Arten. Zur Tierwelt des Supramonte zählen unter anderem Mufflons, Wildschweine, sardische Hasen, Füchse, Marder und Steinadler. In den natürlichen Wasserbecken des Rio Flumineddu lebt außerdem der sardische Gebirgsmolch, eine außergewöhnlich seltene Amphibienart.

Legenden und Geschichten rund um Gorropu

Wie bei vielen wilden Landschaften Sardiniens ranken sich auch um Gorropu zahlreiche Legenden. Überliefert sind Geschichten von unheimlichen Gestalten wie Sa mama de Gorropu und Sa Tentassione, die in der lokalen Erzähltradition mit dunklen Mächten verbunden werden. Der Name „Gorropu“ bezeichnet im Sardischen eine Schlucht beziehungsweise einen tiefen Einschnitt.